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| Warum "Sonntags-Zeitung"? |
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Website über Erich Schairer (1887-1956), Journalist und Publizist, und seine ab 1920 erschienene Sonntags-Zeitung. Probieren Sie's mit der Stichwortsuche: |
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Die "Sonntags-Zeitung" (von
Januar bis Oktober 1920: "Heilbronner Sonntags-Zeitung", von da bis
Oktober 1922 "Süddeutsche Sonntags-Zeitung", seither nur noch
"Die Sonntags-Zeitung") heißt so aus dem gleichen Grund, aus
dem eine Montags erscheinende Zeitung "Montags-Zeitung"
heißt. Aber der Name hat für manche Leute ein
Nebengeschmäckchen, das ich seinerzeit absichtlich ignoriert
habe. Und gerade das hat dem Blatt sozusagen in der Wiege einmal
das Leben gerettet. Damals nämlich war das Zeitungspapier noch kontingentiert. Wenn man eine Zeitung herausgeben wollte, brauchte man einen Bezugsschein von der "Wirtschaftsstelle für das deutsche Zeitungsgewerbe" in Berlin. Am 30. Dezember 1919 hatte ich mir einen solchen erbeten und ihn ohne weiteres erhalten. Kurz darauf, als die erste Nummer erschienen war, bekam ich einen Brief dieser selben Wirtschaftsstelle, aber mit anderer Unterschrift, anscheinend von einer anderen Abteilung, in dem es hieß: für meine Zeitung sei kein Druckpapier freigegeben, ihre Herausgabe verstoße gegen das Gesetz und müsse deshalb strafrechtlich verfolgt werden. Ich erwiderte mit einem höflichen Hinweis auf die in meinen Händen befindliche Bewilligung. Und daraufhin kam von Berlin folgende köstliche Antwort: "Wie die auf Grund Ihrer gefl. Mitteilungen vorgenommenen Nachprüfungen ergaben, ist Ihnen allerdings von der für Zeitschriften zuständigen Abteilung der Wirtschaftsstelle ein Bezugsrecht auf vierteljährlich 650 Kilogramm Druckpapier zur Herausgabe einer Sonntags-Zeitung freigegeben worden. Unter der Bezeichnung "Sonntags-Zeitung" wird von uns eine Zeitschrift religiöser oder wenigstens unterhaltender Tendenz verstanden, nicht aber ein Blatt, das, wie das Ihrige, zwar nur wöchentlich erscheint, aber politische und Tagesereignisse behandelt und deshalb den Charakter einer Tageszeitung hat. Wir wollen nicht die Feststellung unterlassen, daß Ihnen das Bezugsrecht zur Herausgabe dieser Zeitung niemals gewährt worden wäre, wenn Sie uns den wirklichen Charakter Ihres Blattes näher ausgeführt hätten." Für ein religiöses "oder wenigstens" unterhaltendes Sonntagsblättchen wäre damals in der armen deutschen Republik das Papier nicht zu knapp gewesen. Aber ein Blatt wie die Sonntags-Zeitung hätten die Herren Bonzen ohne Weiteres unterdrückt, wenn sie geahnt hätten, wie es ausfallen würde. Auszug aus dem Artikel "Zehn Jahre Sonntags-Zeitung" Erich Schairer, 1929
Die Sonntags-Zeitung im PDF-Format
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| Autor dieser Seite: schairer@z.zgs.deA.
Schairer Letzte Änderung: 2006-08-02 |
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